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Urlaub gebucht

Eine Woche Centerparcs im Premium Hotelzimmer mit Extras-Aufschlag gebucht für den Sommer. Das haben wir uns verdient. 8-)

Von der Schreibfront gibt es im Moment arbeitsbedingt wenig zu vermelden: Quest-Abenteuer nach Politur abgegeben, ein paar LodlanD-Texte lektoriert und geschrieben, Zeichner für den nächsten LD-Band koordiniert.

 
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Geschrieben von am 8. Mai 2008 in Allgemein

 

Schwere Geburt

Mei, mei, das Quest-Abenteuer war eine schwere Geburt. Aber die erste Version steht nun. Habe mich selten mit einem Abenteuer derart schwer getan. Insbesondere die LodlanD-Abenteuer fließen – logisch, aus der mittlerweile jahrelangen Übung heraus – nur so, so dass ich da auch kein Problem habe, „mal eben“ einzuspringen, wenn es gilt für ein Buch ein Abenteuer zu übernehmen, gerne auch als Vertretung. Aber für Quest zu schreiben war völlig anders. Ganz andere Herangehensweise. Deutlich schematischer, mehr wie ein logischer Gedankenbaum als wie ein eher freies Plotten, dass man dann letztlich in (mögliche) Szenen zerlegt und in Abenteuerform gießt. Aber Version1 steht nun, wird die Tage noch poliert und dann ab zum ersten Lektor. Bin gespannt auf die Rückmeldung. 8-)

 
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Geschrieben von am 28. April 2008 in Allgemein

 

Krank sein nervt

Schon die zweite Rachenentzündung in diesem Jahr. Das nervt. Wieder Antibiotika, nervt ebenso. Dicker Schädel, der vernünftiges Schreiben unmöglich macht. Das … ihr könnt es euch denken. Der Doc wollte mich wieder krank schreiben, aber keine Chance. Bin erst zwei Wochen auf der neuen Stelle und nächste Woche durch Abwesenheit des Filialleiters gar mal Leiter für kurze Zeit. Keine Chance, kann es mir im Moment nicht leisten, mit einer AU zu kommen. Glücklicherweise bin ich – mal wieder – kurz vorm Wochenende krank geworden. Möglichkeit zur Erholung, ganz ohne Verlust von Arbeitszeit. „Moderner“ Mensch, der so denkt?

 
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Geschrieben von am 12. April 2008 in Allgemein

 

Twitter

Ich probier das jetzt auch mal aus mit dem Mikro-Blogging-Dienst „Twitter„. Meine Twitter-Seite (die auch in der Sidebar hier im Blog eingebunden ist). Twittert hier sonst noch jemand?

 
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Geschrieben von am 5. April 2008 in Allgemein

 

Berufliche (interne) Veränderung

Und das Rad dreht sich weiter. Nachdem ich letztes Jahr August nach einem Jahr Trainee-Zeit in einer größeren Filiale als Geschäftskundenberater platziert wurde, hab ich nun die Chance ergriffen, mich innerhalb der Bank zu verändern. Ab dem 01.04. arbeite ich als stellvertretender Filialleiter in einer anderen (mittleren) Geschäftsstelle und betreue Kunden vor allem im Finanzierungsbereich und unterstütze eben als Stellvertreter den Filialleiter. Nachdem ich mit meiner Vor-Vorgesetzten vor einiger Zeit eine Karriereplanung aufgestellt habe und mich ihrer Unterstützung versichern konnte, sehe ich diese neue Position als logischen nächsten Schritt. Jetzt heißt es natürlich erstmal Daumen drücken, dass ich mit Kollegen, Kunden und Umfeld in der neuen Geschäftsstelle gut zurecht komme.

 
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Geschrieben von am 26. März 2008 in Allgemein

 

Jonas´ Reise – Teil 9

Alle bisherigen Teile von “Jonas´ Reise” finden Sie in der Übersicht.

„Erhebe dich, Versunkener, du hast dich als würdig erwiesen!“
Jonas tat wie geheißen und kam von den Knien hoch. Er senkte in gespielter Demut den Kopf und der vor ihm stehende Priester der „Hellen See“ hängte ihm ein Amulett an einer kleinen Kette um. Die Phiole mit Meerwasser und dunkler Erde lag kühl auf Jonas Haut.
„Wir haben einen Neuen in unserer Runde, der durch seine Taten bewiesen hat, dass er sich aus der Mühsal der ersten Stufe herausgeschält hat wie unser Volk, das sich bald aus der nassen Umklammerung dieser Welt befreien und zu den Außermeerischen emporsteigen wird.“
Jonas lachte innerlich. Das Dickerchen vor ihm konnte ja nicht wissen, wie sehr er sich freuen würde, alle hier gleich jetzt zu den Außermeerischen zu befördern. Wenn nur die Suche nach Emilie nicht wäre, für die er den guten Schein wahren musste, hätte er gleich hier und jetzt reinen Tisch gemacht.
Das gute Dutzend Gemeindemitglieder klatschte Beifall und Jonas ging nach einer Verbeugung vor dem Dicken zu ihnen herüber und schüttelte jedem einzeln die Hand. Mit dieser Anzahl an Menschen war das Quartier der Sekte mehr als gut gefüllt und in der Enge kam Jonas nur langsam voran. Anerkennde Klopfer auf die Schulter folgten ihm bei jedem Handschüttler. Bis er vor Benedikt stand. Der junge Lodt schaute ihn zufrieden lächelnd an und in seinen hellen blauen Augen lag ein schelmisches Blitzen. Die Haare raspelkurz geschnitten wirkte der schmächtige Mann in der dunkelblauen Robe, der Gottesdiensttracht der „Hellen See“, fast verloren. Auch sie schüttelten sich die Hand und Jonas nickte Benedikt zu. Ohne dessen Fürsprache wäre er trotz der ordentlichen Säuberungs- und Kampfleistung sicherlich nicht so schnell zur zweiten Stufe der Sekte aufgestiegen. Wer hatte aber auch ahnen können, dass Benedikt der Sohn eines höheren Tieres war und mehr pro forma als wirklich ernsthaft die unteren Stufen eben durchjuckelte, um dann die rechte Hand seines Papis spielen zu dürfen. Glücklicherweise hatte er den Bengel kennengelernt. Noch längere Zeit als die eh schon vergangenen zwei Wochen in Säuberungs- und Bewachungsdiensten hätte er nicht über sich ergehen lassen, Freundschaftsdienst hin oder her. Sein Bankkonto wollte ja schließlich auch ab und an gefüttert werden.

Es wurde aufgetischt. Jonas setzte sich auf die lange Partybank, die zusammen mit den anderen flugs aufgebauten Partymöbeln die Sektenwohnung zu einem Bankettraum ummodelte. Das gute Dutzend Spinner wollte ja schließlich auch beköstigt werden, von Realitätsverleugnung allein konnte man auch als Sektierer nicht leben. Das Plastholz bog sich, Schüssel um Schüssel mit dampfendem Algenmus, Fischfilets, Meeresfrüchten und dem guten Cidration-Bier aus Arbiträa wurde aufgetischt. Warum auch zu den Außermeerischen aufsteigen, wenn man bis dahin verhungert war? Bei der Armee schickten sie auch keine hungrigen Soldaten auf den Feind, leerer Magen kämpft schlecht.
Jonas tischte sich auf und Benedikt neben ihm baute aus grünlichem Algenmus und hellen Fischstreifen einen scientianischen Grinse-Smiley auf seinem Teller nach. Jonas musste unwillkürlich lachen und stupste Benedikt in die Seite, was ihnen einen tadelnden Blick des Dicken einbrachte. Der Priester hatte sich selbstverständlich an Kopf gesetzt und wollte wohl gerade mit dem Tischgebet beginnen.
„Oh Außermeerische, wir danken euch für Speis und Trank. Segnet diese eure Gaben, auf dass wir uns euch bald anschließen können. Wir wollen zu euch emporsteigen und mit euch feiern Tag um Tag.“
Ohne ein weiteres Wort griff er zu seiner Gabel und die Gruppe tat es ihm gleich. Das Bankett war eröffnet.
Eine halbe Stunde später lehnte sich Jonas zufrieden zurück. So satt war er lange schon nicht mehr gewesen. Er hob die Cidrationflasche und Kondenswasser tropfte von der Außenseite auf sein blaues Gewand. Benedikt prostete ihm zu und schaute ihn fragend an.
„Was?“
Der junge Lodt druckste etwas herum. Dann: „Mein Vater will mich auf eine Mission schicken, die, wie er sagte, heikel werden könnte. Hättest du Lust mich zu begleiten?“
„Weißt du denn, worum es geht?“
„Nicht so genau. Aber es soll für die ´Helle See´ ziemlich wichtig sein. Ziwochda und Glamiel aus dem fünften Kreis sollen ebenfalls mit an Bord sein. Wenn die da sind, wird das wohl stimmen.“
Der fünfte Kreis. Zweithöchste Führungsebene. Perfekt wenn er mehr über die Struktur erfahren wollte, um Emilie zu finden.
Jonas lächelte zu Benedikt herüber und nahm einen Schluck des süffigen, leicht süßlichen Algenbiers. Er zwinkerte dem Nachwuchsspinner zu.
„Klar, bin dabei.“
Er erntete ein Lächeln.

 
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Geschrieben von am 24. März 2008 in Jonas´ Reise, LodlanD, Schreiben

 

Jonas´ Reise – Teil 8

Alle bisherigen Teile von “Jonas´ Reise” finden Sie in der Übersicht.

Jonas seufzte, stellte den Mopp zurück in den Putzeimer und drehte sich betont langsam um. Und erstarrte. Er hatte mit den üblichen drei, vier Jugendlichen gerechnet, die sich einen Spaß mit den Sektenspinnern machen wollten. Aber nicht mit sechs Gangern in harter Kluft, bewaffnet mit Messern und irrem Flackern in den Augen. Ein gut 18 Jahre alter Lodt mit einem Sternentätoo auf der Glatze und schwarzen Kunstlederklamotten war offenbar der Anführer, jedenfalls stand er gut zwei Schritte vor dem Rest der Truppe. Messer blitzen im Licht der hellen Kunstlampen im Unten, der einfachsten Wohngegend von Lod – und je tiefer man kam, desto mehr wurde es zum Slum. Alles Kerle, alle in schwarzen Klamotten und mindestens einen Schlagstock, meist aber Messer in der Hand. Sechs gegen vier und das mit deutlichen Ausrüstungsnachteilen. Konnte spaßig werden! Jonas drehte betont langsam die Handflächen nach außen und ging einen – kleinen – Schritt auf den Trupp zu. Das Geräusch seiner Stiefel auf den Metallplatten des Ganges hallte laut nach. Kein anderer Laut war zu hören, der eben noch halbwegs bevölkerte Gang lag wie ausgestorben da. Augen schielten aus Türöffnungen, Ohren waren an die fadenscheinigen Wohnungswände gepresst. Besser als TV! Aber helfen würde keiner.
„Was wollt ihr?“, fragte Jonas hart und unnachgiebig. Keine Schwäche zeigen!
Sternie lachte blökend auf und drehte sich zu seinen Kumpels um.
„Was wir wollen, fragt die halbe Portion?! Ich schmeiß mich weg!“ Mit einer fließenden Bewegung wandte er sich wieder zu Jonas um, ließ das Messer von der einen in die andere Hand fliegen.
„Du kannst dem Meer auf Knien danken, wenn wir euch nur ein bisschen vertrimmen wollen, Alterchen!“
Wieder sprang das Messer zwischen den Händen hin und her.
Jonas machte einen kleinen Schritt nach vorn, fixierte Sternies Blick, innerlich angespannt wie ein Bogen vor dem Abschuss.
„Nimm deine Jungs und verzieh dich.“ Jonas hob die Stimme keinen Deut. „Letzte Warnung.“
Ein irres Lächeln erschien auf Sternies Gesicht, Jonas sah das verräterische Flackern in den Augen seines Gegenübers. Meeresstaub, Torpedoblitz oder irgendeine andere Droge zirkulierte im Blut seines Gegenübers. Der würde sich nicht einschüchtern lassen. Ohne zu Zögern sprang Jonas vor und hieb dem verdutzten Ganger die Knöchel seiner Rechten gegen den Hals, drehte sich ein, schlug ihm das Messer aus der Hand und warf ihn über die Schulter. Mit einem harten Knall landete Sternie auf dem Boden, dann ging die Welt in Schmerzensschreien unter.

Ducken. Messer ausweichen. Benedikt an seiner Seite, der ihm den Rücken freihielt und vergleichsweise geschickt mit einem im Vorbeilaufen abgebrochenem Mopp-Stock die Ganger auf Distanz hielt. Jonas war in seinem Element. Ließ eine Metallkette über seinen Kopf zischen, sprang vorwärts, riss einen Ganger um. Landete mit angewinkeltem Ellbogen mitten auf dessen Brust. Genoss das Krachen der Rippen. Und schnellte wieder hoch. Jonas blickte sich adrenalingetrieben um. Zwei auf dem Boden, einer lehnte an der Wand und hielt sich wimmernd seinen gebrochenen Arm. Zwei standen noch. Zwei Ganger, die wirre, drogeninduzierte Laute ausstießen und ihre Messer so fest umklammerten, dass die Knöchel weiß hervortraten. Jonas täuschte einen Sprung nach rechts vor, einer der Ganger reagierte wie in Zeitlupe und wandte sich dorthin. Wie im Fluss veränderte Jonas seine Bewegung, sprang nach links, riss einen Wischmopp mit und stieß das Ende des Plastikstocks mit voller Wucht in den Bauch des anderen Gangers. Ächzen und der plötzliche Geruch von Magensäure in der stickigen, schlecht umgewälzten Unten-Luft. Drehung, seitlicher Tritt gegen die Kniekehle, der zweite Ganger klappte zusammen. Benedikt sprang ohne einen Laut nach vorn, winkelte im Flug die Beine an und krachte mit den Knien voran mitten in das Gesicht seines Gegenübers. Knochen brachen, blutiges Gurgeln, nach einigen Sekunden hörte der Möchtegern-Harte auf zu zucken. Jonas reichte Benedikt anerkennend die Hand und zog ihn hoch. Hatte er dem Kerlchen gar nicht zugetraut. Aber wenn man genauer hinsah, war es zu erkennen. Unter den blonden Locken lagen helle, wache Augen. Der Körper sah für das ungeschulte Auge schmächtig und dürr aus. Wer wusste, worauf es achten galt, sah eine Feder, zum Sprung bereit, ein durchtrainierter Mann, kein Gramm Fett zuviel. Und die Bewegungen waren bei der Arbeit zwar sparsam gewesen und eben so selten sprach Benedikt. Aber dieses Verhalten war nicht selten für Kämpfer. Für gute Kämpfer. Jonas nickte Benedikt zu und der legte den Kopf bestätigend zur Seite. Keiner sprach ein Wort. Warum auch? Die Situation war bereinigt. Jetzt hatten sie zwar aufgrund des zweckentfremdeten Mopps noch weniger Putzgerät als vorher, aber die langsam und stöhnend wegkriechenden Ganger würden dafür sorgen, dass sie nun wenigstens ungestört arbeiten konnten. Es hatte aber auch an der Leiche des letzten Gangers liegen können, um die sie in den kommenden Stunden sorgsam drumherum putzten.

 
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Geschrieben von am 18. Februar 2008 in Jonas´ Reise, LodlanD, Schreiben

 

Vielfalt

Schreiben ist ein steter Prozess, mal mehr, mal weniger geplant. Ich vergleiche es gern mit Steinen: Je nach Projekt das Schreiben eher der handwerklichen Arbeit eines Maurers oder mehr der künstlerischen Hingabe eines Bildhauers. Beide arbeiten mit demselben Rohstoff – im Vergleich Stein, als Autor eben das Wort – aber obwohl am Ende jeweils Texte herauskommen, sind die dahinterstehenden Prozesse nur in Grundkonzepten ähnlich. Als Rollenspielautor macht mir die handwerkliche Arbeit Spaß, denn das Durchplotten eines Abenteuers, das Verfassen eines Völkerbuchs oder die Reisebeschreibung einer In-Game-Figur sind trotz aller kreativen Tätigkeiten im Drumherum doch mehr ein steter Prozess aus Planung, Arbeit, Polieren und wieder Arbeit. Für Rollenspiele zu schreiben, ist ein sehr handwerklicher Prozess, bei dem am Ende aber (fast) immer ein fertiges Produkt steht, dass man in die Hand nehmen und es begutachten kann. Man sieht die Schnitzer, die Eigenheiten, aber eben auch den Gebrauchswert. Dieser ist meist sogar mehrmals vorhanden: Einen Roman liest man (wenn es nicht eines der Lieblingsbücher wird) meist nur ein- oder zweimal. Ein gutes Rollenspielbuch hingegen ist Nachschlagewerk, Inspiration oder – beispielsweise bei Abenteuerbüchern – Handlungshilfe für lustige RPG-Abende.

Die Arbeiten am Quest-Abenteuer dürfen sich zurecht „Arbeiten“ nennen. Es ist ein stark schematisches Schreiben, an dessen Ende zwar ein spannendes Abenteuer steht, der Weg dahin ist aber stetig durchgeplant und bestimmte Prozesse und Vorgaben sind stetig im Hinterkopf. Ein LodlanD-Abenteuer zu schreiben ist da schon freieres „Arbeiten“, da es weniger Vorgaben und eine freiere Welt gibt. Beides macht Spaß, keine Frage, aber auf Dauer ist das freiere Schreiben doch mehr meins.

Und wenn ich mal wieder so richtig frei drauflosschreiben will, geht es eben an die nächste Folge von „Jonas´ Reise“ oder einen der anderen Texte, die auf meiner Festplatte schlummern. Das ist dann wirklich kreativ-freies Schreiben mit wenigen Vorgabe, wobei ich – das ist einfach mein Naturell – auch Kurzgeschichten und erst recht längere Episoden vorher im Geist (oder eben in einer Datei) durchplotte, damit ich nicht den Faden verliere. Nicht selten kommt es aber vor, dass ich dann beim Schreiben merke, dass eine andere Wendung der Geschichte besser tun würde als der ursprüngliche Plot. Aber das ist ja grad das Spannende und letztlich Kreative. Und das Produkt, das am Ende herauskommt, schätze ich nicht weniger als ein gutes RPG-Produkt, an dem ich mitgeschrieben, manchmal auch mitgearbeitet habe. 8-)

 
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Geschrieben von am 13. Februar 2008 in Allgemein

 

Ein kleiner Schmunzler zum Wochenende

 
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Geschrieben von am 2. Februar 2008 in Allgemein

 

Jonas´ Reise – Teil 7

Alle bisherigen Teile von “Jonas´ Reise” finden Sie in der Übersicht.

Eine Träne kullerte seine Wange herunter und beschämt wischte er mit seinem Ärmel die Feuchtigkeit davon. Er steckte voll und ganz in seiner Rolle.
„So ist es gut, lass alles heraus!“. Blondie zeigte volles Verständnis für seine Lage. Er, ein armer Lagerarbeiter mit wenig Hirn und noch weniger im Magen hatte endlich erkannt, dass es mehr gab als Plackerei und den täglichen Kampf ums Algenbrot. Sie waren nicht allein!
„Die Außermeerischen wollen, dass du dich innerlich reinigst. Weine, Versunkener, weine. Um deine vergeudete Vergangenheit. Und vergieß Freudentränen, denn wir werden dich erretten!“
Bei diesen Worten von Blondie trat ein Mann in hellblauer Kutte durch den Perlenvorhang. Anstatt verwundert zu sein, dass sich hier gerade ein Mann schluchzend an die Empfangsdame drückte, nickte er nur verständnisvoll, ging zum Kühlschrank und nahm sich ein Cidration.
„Auch eins?“, fragte er, ging zu einem der Sitzsäcke und ließ sich mit einem wohligen Seufzer rein fallen.
„Ist schwierig am Anfang, Alter. Mach dir keinen Kopp, bald wirst du alles viel klarer sehen.“ Der Mann prostete Jonas aufmunternd zu, der äußerlich zögerlich, innerlich grinsend, zu seinem Bier griff und mit dem Neuling anstieß.
Offensichtlich waren sich selbst Sektierer nicht zu schade für die „ein Freund, ein guter Freund“-Nummer. Die konnten sie haben!
Jonas nahm einen tiefen Schluck, wischte sich verstohlen die Reste seiner Tränen weg und fragte mit unsicherer Stimme: „Wie geht es denn jetzt weiter?“
Fast unmerklich nickte Blondie zum besten Freund der Menschheit im Allgemeinen und von jedem Neuankömmling im Speziellen zu.
„Ganz einfach: Wir erzählen dir die Wahrheit, öffnen dir die Augen für die Welt um dich herum. Und wenn du genug gelernt hast, nehmen wir dich bei unserem nächsten Auftrag für die Außermeerischen mit, damit auch du gerettet wirst.“
Na dann war ja alles klar.

Müde wischte sich Jonas mit seinem Ärmel über den Nacken, um den Schweiß wenigstens kurzzeitig zu vertreiben. Der nächste Außermeerische, der seinen Arsch in diesen verfallenen Gang in Lod5 schob, konnte was erleben! Drei Tage lang hatten sich abwechselnde Sektierer ihn zugelabert, mit Psychotricks bombardiert und in seinem Hirn herumgepfuscht. Sie hatten es jedenfalls probiert. Jeder, der nicht wie er mit der Erfahrung diverser Kriege und einer Frontausbildung gesegnet war, hätte schon lange geistig kapituliert und sich sabbernd und jauchzend in die offenen Arme der „Hellen See“ geworfen. Aber da mussten sie schon andere Kaliber auffahren! Es war ihm nicht schwer gefallen, Blondie und Co. davon zu überzeugen, dass ihre Scharade gewirkt und er nun ein überzeugter „Aufstrebender der ersten Stufe“ war. Die „Helle See“ war in mehreren Schichten organisiert, aber als Stufe-1ser ließen sie ihn gerade mal soviel wissen, wie nötig war. Es gab Außermeerische, der Gang unterwasser war eine Farce um die Harten von den Weichfischen zu trennen und über dem Meer tobten keine Eisstürme wie alle vernünftigen Wissenschaftler behaupteten, sondern ein blühendes Paradies. Aber nur wer Prüfung um Prüfung erfolgreich meisterte, durfte irgendwann das grüne Paradies betreten. Alle paar Tage bekam die Gruppe neue Anweisungen von der jeweiligen Stufe über ihnen.
Jonas tunkte den Schrubber wieder in den Metalleimer und wischte weiter. So, wie die letzten drei Stunden. Die aktuelle Prüfung, gemeinsam mit anderen Stufe-1sern einen dreckigen Gang in einer Slumgegend zu säubern, war besonders hirnrissig. Nicht nur, dass Jonas schon drei verschiedene Kiddie-Gangs auf Abstand hatte halten müssen, nein auch die Putzwerkzeuge waren ein schlechter Witz. Wasser und Spüli gegen Jahre des Drecks! Super Aussichten, das Ganze in einer vernünftigen Zeit zu schaffen. Aber vielleicht stand ja heute die Lektion „Auch eine Niederlage kann ein Sieg sein“ auf der Tagesordnung. Bekloppt genug war die Sekte auf jeden Fall dafür.
Er musste auf jeden Fall noch mindestens eine Stufe aufsteigen, um zu erfahren, wie die über Stufe-1 organisiert waren. Es gab auf jeden Fall ein Organisationssystem. Und wenn er Emilie wiederfinden wollte, musste er tiefer in die Struktur der Sekte eindringen. „Jede Organisation und sei sie noch zu komplex, lässt sich letztlich zu einer einzigen Person zurückverfolgen, die alle Fäden in der Hand hält.“ Sein Frontausbilder hatte gewusst, wovon er gesprochen hatte. Für ihn war er der Mann mit den Fäden gewesen.
Bisher kannte er nur die weiteren Mitglieder seiner Stufe-1-Gruppe. Sebastien, ein Ex-Junkie mit Armbeugen wie eine Dartscheibe und grellgrünen Haaren, die wie nach einem Stromstoß in alle Richtungen abstanden. Sandra, ihres Zeichens gefrustete und verlassene Frau in der Midlife-Crisis. Jonas konnte ihren Mann verstehen, allein schon der Anblick der um die Wette sich ausbreitenden Fettpolster hätte ihm gereicht, um zu flüchten, ganz zu schweigen vom ständigen Gekeife aus dem potthässlichen Gesicht. Und zu guter Letzt war da noch Benedikt, der Stille. Sagte nichts, arbeitete hart und hatte immer ein Lächeln auf dem Durchschnittsgesicht für Gott – pardon „die Außermeerischen“ – und jeden anderen über. Warum er hier war, war Jonas ein Rätsel. Aber jeder trug seine Fracht allein.
„Na, was ham we denn da? Einen mutigen Putztrupp, so allein hier, in unserem Unten!“ kam es da plötzlich von hinten.

 
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Geschrieben von am 18. Januar 2008 in Jonas´ Reise, LodlanD, Schreiben

 
 
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